Über mich

Ich bin an einem Sonntag im Sternbild Widder des Jahres 1953 in der schönen Stadt Magdeburg auf die Welt gekommen. Es war sehr früh am Morgen und völlig dunkel, vermutlich kann ich mich deshalb nicht mehr an diese wichtige Stunde erinnern.

Während meiner Schulzeit hatte ich ganz bestimmt nicht im Sinn, ein Programmierer oder gar ein Lehrer zu werden. Vielmehr wollte ich mich theoretischen Problemen der Mathematik und der Philosophie widmen, die damals meine persönliche Phantasie anregten und sehr weit von einer praktischen Lebensplanung entfernt waren. Diesen Ideen folgend habe ich nach meinem Abitur und der NVA-Wehrpflicht ein Mathematikstudium an der Uni Halle/S. begonnen und auch erfolgreich überstanden.

Mit meinen theoretischen Kenntnissen aus dem Studium allein konnte ich in der Praxis noch nicht so wirksam werden, wie ich mir es vorgestellt hatte. Mittlerweile stolzer Familienvater hatte ich nun doch Lust, mich auch beruflich handfesteren Problemen zu widmen. Ein wichtiges weiteres Ziel wurde auch bald, mit meiner Arbeit genügend finanzielle Mittel für den Lebensunterhalt meiner Familie zu beschaffen. Als Lösung entdeckte ich die Möglichkeit, innerhalb der sich stark entwickelnden Datenverarbeitung eine Tätigkeit zu suchen. So wurde ich Programmierer in einem großen Programmierbetrieb in Berlin und bekam endlich Kontakt zur Wirklichkeit.

Das war mein Weg von der Mathematik zur Informatik, ein Weg von der Theorie zur Praxis. Wie aber wurde ich Lehrer? Zum Verständnis sollte man wissen, dass die Programmiertätigkeit oft ein einsames Unterfangen ist. Man ist zwar auch als Programmierer in einem Team tätig, um gemeinsam erfolgreich werden zu können. Der Anteil menschlicher Kommunikation ist in diesem Job aber eher gering.

Durch zufällige Umstände erhielt ich den Auftrag, einen Programmierkurs vor neuen Kollegen zu leiten und konnte dabei die besseren Kommunikationschancen als Lehrer schätzen lernen. Obwohl von diesem Zeitpunkt an mein Wunsch nach Ausübung einer Lehrtätigkeit wuchs, war es noch eine weite Strecke bis zum Mathematik- und Informatiklehrer an der BbS "Otto von Guericke" Magdeburg. Ich musste nochmals studieren, diesmal an der Uni Magdeburg zum Lehramt an Gymnasien.

Heute sehe ich mich noch nicht am Ende meiner beruflichen Entwicklung angekommen. Nicht nur das fachliche Umfeld ändert sich in einem immer schneller werdenden Tempo. Auch die gesellschaftlichen Probleme der Globalisierung, Arbeitslosigkeit, Rohstoffverknappung, Umwelt, usw. machen vor der Schultür keinen Halt. Hier bin ich als Lehrer und Fachmann gefordert, mich zu informieren und weiterzubilden, um mein Wissen und Handeln dem aktuellen Stand anpassen zu können.


Thomas Cassebaum


Magdeburg, 24. September 2009